Corona COVID19-Pandemie

Coronavirus cells in an electron microscope. 3D illustration

Liebe Patientinnen und Patienten,

es ist in der Ordination wieder halbwegs normaler Alltag eingekehrt, mit bestimmten Veränderungen, wie sie der „neuen Normalität“ entsprechen.

Wir tragen in der Ordination zu unserem gegenseitigen Schutz bitte alle Schutzmasken. Am besten ist es, wenn Sie bereits mit Maske in die Ordination kommen, wenn Sie keine Maske mithaben, finden Sie im Eingangsbereich eine Box, aus der Sie sich eine nehmen können.

Wir gestalten den Ablauf so, dass die Begegnung mit anderen Patienten auf ein Minimum reduziert wird. Ganz lässt es sich nicht vermeiden, dass sich Patienten, die kommen, und solche, die gehen, im Wartebereich kurz begegnen, aber der Sicherheitsabstand von 1 Meter lässt sich dabei einhalten, und die Termine sind so gelegt, dass sich meistens nur eine Person im Wartebereich befindet. Sie können diesen Ablauf unterstützen, indem Sie möglichst pünktlich kommen.

Patienten mit Anzeichen einer akuten Infektion im Bereich von Nase, Rachen und Luftwegen werden zu eigens dafür vorgesehenen Zeiten behandelt, so dass kein Kontakt zu anderen Patienten möglich ist.

Im Eingangsbereich haben wir die Möglichkeit zum Händewaschen mit Warmwasser und zur Handdesinfektion mit Sterillium eingerichtet.

Dass wir permanent für alle notwendigen hygienischen Maßnahmen sorgen, (Händewaschen, Händedesinfektion, Lüften, Flächendesinfektion von Boden, Liegen, Geräten, WC, Türklinken, Türglocke usw.) versteht sich von selbst.

Und nach wie vor gilt: wenn Sie nur ein Rezept, eine Verordnung, eine Zuweisung oder eine Krankmeldung brauchen (und schon Patient oder Patientin bei mir sind), dann müssen Sie dafür nicht in die Ordination kommen, ich kann das für Sie über Telefon und Email erledigen.
Auch für andere Beratungen stehe ich Ihnen gerne telefonisch zur Verfügung.

Im Folgenden ein paar Information zur COVID19-Infektion und zu möglichen Maßnahmen zur Prävention und zur Therapie:

ANSTECKUNG UND VERLAUF

Das Virus ist sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
Die Übertragung findet hauptsächlich durch direkte Übertragung über Atemluft, Husten und Nießen statt (Tröpfcheninfektion, Aerosolinfektion).
Übertragung über Gegenstände, Türklinken, Haltegriffe, Geld und so weiter dürfte eine untergeordnete Rolle spielen, ist aber nicht ganz auszuschließen.

Die aktuelle Meinung (Prof. Dorsten, 25. Mai) ist die, dass 45% der Übertragungen durch Tröpfcheninfektion (feuchte Aussprache auf kurze Distanz, Husten, Nießen) stattfinden, 45% über Aerosolinfektion (in der Raumluft schwebende Mikrotröpfchen), und eventuell 10 Prozent über Schmierinfektion (Haltegriffe, Türklinken, Gegenstände, Geld usw.).

Die schlechte Nachricht dabei ist die erhebliche Infektionsgefahr über schwebende Teilchen in geschlossenen Räumen. Dabei ist, wenn sich eine infizierte Person im Raum befindet oder befunden hat, die Infektionsgefahr umso größer, je höher die Konzentration der Viren in der Luft ist, und je länger man sich in dem Raum aufhält. Kurze Aufenthalte in gut durchlüfteten Räumen sind eher ungefährlich, lange Aufenthalte in schlecht durchlüfteten Räumen dürften aber leider sehr problematisch sein.

Im Freien ist die Infektionsgefahr durch Aerosolinfektion zu vernachlässigen, hier müsste man also schon aus der Nähe feucht angesprochen, angehustet oder angenießt werden, dass man sich infizieren könnte. Das Tragen von Masken in geschlossenen Räumen (Geschäfte, Ordinationen, öffentliche Verkehrsmittel usw.) macht also Sinn, Masken tragen im Freien ist aber eher unnötig, zumal das Tragen von Masken die Atmung behindert, was auch Nachteile haben kann.

Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 6 (bis 14) Tage.
In dieser Zeit hat man noch keine Symptome, das Virus vermehrt sich aber bereits im Nasen-Rachenraum, und man ist bereits einige Tage lang ansteckend. Maximale Ansteckungsfähigkeit dürfte in den letzten 1 bis 2 Tagen vor Ausbruch der Symptome und in den ersten Tagen mit Symptomen bestehen.

Über den weiteren Verlauf gibt es noch keine gesicherten Zahlen, weil man nur von den positiv getesteten Patienten ausgehen kann. Die Anzahl der nicht getesteten Infizierten kann man nur schätzen, und sie ist in verschiedenen Ländern und Gegenden sehr unterschiedlich, abhängig davon, wieviel getestet wird und wie lange sich das Virus ausbreiten konnte, bevor eindämmende Maßnahmen ergriffen wurden.

Insgesamt könnte es nach jetziger Einschätzung ungefähr so sein:

Von 1000 Infizierten bleiben 600 beschwerdefrei und 400 entwickeln Symptome wie bei einer Erkältung oder einer Grippe.

Von den 400 Personen mit Symptomen werden 100 getestet. In dieser Schätzung geht man also davon aus, dass durchschnittlich 10 mal mehr Menschen infiziert sind, als positiv getestet werden, dieser Wert ist aber, wie oben gesagt, in verschiedenen Ländern und Gegenden sehr unterschiedlich.

Von den 100 positiv getesteten Patienten haben 80 die akute Phase der Erkrankung nach zwei bis drei Wochen überwunden, bei 20 verschlechtert sich der Zustand etwa 1 Woche nach Beginn der Beschwerden derart, dass sie ins Spital kommen.

Von den 20 Patienten, die ins Spital kommen, erkranken 4 bis 5 an einer  lebensgefährlichen Lungenentzündung mit Atemnotsyndrom und kommen auf die Intensivstation. Neben der Lunge können auch andere Organe schwer und lebensbedrohlich betroffen sein, vor allem Herz, Niere, Darm und Gehirn. Ein wesentlicher Mechanismus bei schweren Verläufen ist die Schädigung der inneren Schicht der Blutgefäße (Endothel), mit einer Aktivierung der Blutgerinnung und nachfolgenden Thrombosen und Embolien.

Wie viele der schwer Erkrankten Patienten wieder genesen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die Gesamtsterblichkeit dürfte zwischen 0,2 und 2 Prozent liegen.

Auffallend ist, dass sich die Erholung bis zur vollständigen Wiederherstellung der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit bei vielen Patienten, auch bei solchen mit milderen Verläufen, langwierig gestaltet. Bei einer gewissen Anzahl der schwer erkrankten Patienten kommt es zu gravierenden gesundheitlichen Spätfolgen.

Nach durchgemachter Erkrankung besteht höchstwahrscheinlich Immunität, man kann sich nicht mehr anstecken, und ist auch selbst nicht mehr ansteckend. Wie lange diese Immunität andauert, weiß man noch nicht, es ist aber davon auszugehen, dass sie nicht dauerhaft sein wird.

SYMPTOMATIK

Wenn Symptome auftreten, dann sind es der Häufigkeit nach die folgenden (die Einschätzungen sind nicht einheitlich und ändern sich immer wieder):

Fieber
Trockener Husten
Große Ermüdung, Erschöpfung, Schlafbedürfnis
Husten mit Auswurf
Kurzatmigkeit, Atemnot 20 %
Halsschmerzen
Kopfschmerzen
Muskel-, Gelenks- und Knochenschmerzen
Rückenschmerzen
Vorübergehender Geruchs und Geschmacksverlust
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
Schnupfen, verstopfte Nase

Der vorübergehende Geruchs- und Geschmacksverlust ist typisch und hinweisend auf eine CORONA-Infektion.

Kritisch ist es, wenn Kurzatmigkeit und  Atemnot auftreten, das sind Zeichen dafür, dass die Erkrankung in den nächsten Stunden einen schweren Verlauf nehmen könnte. Spätestens dann sollte man von einem Arzt untersucht werden, in vielen Fällen wird es zu einer Spitalsaufnahme kommen.

DIAGNOSTIK

PCR-Test

Der laborchemische Nachweis einer akuten Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 wird mit einem sogenannten PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion-Test) durchgeführt. Dabei wird ein Stäbchen mit einem Abstrich-Tupfer durch den Mund oder durch den unteren Nasengang bis nach hinten in den Rachen geführt, und dort eine Probe genommen. Wenn die Viren in einer späteren Erkrankungsphase die Lunge befallen haben und sich vor allem dort vermehren, wird der Auswurf aus der Lunge untersucht.

In einem aufwendigen molekularbiologischen Prozess wird das in der Probe befindliche genetische Material der Viren zunächst vermehrt und dann nachgewiesen. Dieser Vorgang dauert mehrere Stunden und die Anzahl der zur Verfügung stehenden Geräte ist beschränkt, mit einem Testergebnis ist daher nicht vor 24 bis 48 Stunden zu rechnen.

Wenn der Test richtig durchgeführt wird (es muss genug Material gewonnen werden) ist er in seiner Aussage sehr verlässlich, es gibt nur wenige falsch positive und falsch negative Ergebnisse.

Ein positives Ergebnis besagt, dass gerade eine Infektion mit dem CORONA Covid-19-Virus im Gange ist. Der Test wird im Durchschnitt 2 bis 3 Tage nach Erst-Infektion, und 2 bis 3 Tage vor dem Auftreten von ersten Symptomen positiv. Das heißt, dass man bereits 2 bis 3 Tage vor dem Auftreten erster Symptome ansteckend ist.

Wie lange der Test positiv bleibt hängt vom Verlauf der Infektion ab.

Bei mildem Verlauf klingen die Beschwerden etwa eine Woche nach Symptombeginn wieder ab, und der Test wird innerhalb von 5 bis 10 Tagen nach Symptombeginn wieder negativ, dann ist man auch nicht mehr ansteckend.

Bei schweren Verläufen mit Lungenentzündung und Erkrankung anderer innerer Organe hat man es nach 10 Tagen dagegen mit einer massiven Vermehrung der Viren in der Lunge und in anderen Organen zu tun, und der Patient ist hochinfektiös.

Patienten, die von schweren Verläufen genesen, sind im Durchschnitt ab Symptombeginn 3 bis 4 Wochen lang PCR-positiv. Entlassung aus dem KH in der Regel erst, wenn 2 PCR-Tests im Abstand von 24 Stunden negativ sind.

Was tun, wenn man sich Sorgen macht?

Wenn Sie Symptome einer Infektion haben und denken, dass Sie sich mit dem CORONA SARS-Covid-2-Virus angesteckt haben könnten, können Sie sich an die telefonische Gesundheitsberatung des Gesundheitsministeriums unter der Nummer 1450 (ohne Vorwahl aus allen Netzen), oder an den Wiener Ärztefunkdienst unter der Telefonnummer 01 141 wenden. Man wird mit Ihnen besprechen, ob nach den aktuell geltenden Richtlinien für Sie ein Test vorgesehen ist, und wie das weitere Vorgehen ist. Wenn ein Test auf diesem Weg für Sie empfohlen und durchgeführt wird, übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Es ist jetzt auch möglich, dass Hausärzte einen PCR-Test veranlassen, Sie können sich also auch an mich wenden und die Sache mit mir besprechen, und ich kann, wenn es sinnvoll erscheint, das Test-Procedere in die Wege leiten (die Kosten übernimmt die Stadt Wien). Ich würde Sie in diesem Fall krank schreiben, und Sie dürften die Wohnung bis zum Einlangen des Testergebnisses nicht verlassen. Mit einem Ergebnis ist nach 2 bis 3 Tagen zu rechnen. Bei positivem Test folgt eine Quarantäne von 14 Tagen ab Symptombeginn oder (wenn keine Symptome vorliegen) ab Diagnosedatum.

Der PCR-Test wird für Personen ohne Krankheitssymptome auch als Privatleistung angeboten, das heißt Sie können auch aus Eigeninitiative einen Test machen lassen. Ich kann Ihnen dafür eine Zuweisung schreiben, die Kosten im Labor belaufen sich auf 140,- Euro. Wenn Sie den Test machen, weil Sie den Verdacht haben, Sie könnten Kontakt mit einem Erkrankten gehabt haben, müssen Sie sich bis zum Eintreffen des Ergebnisses in häusliche Isolation begeben. Das Ergebnis liegt nach 24 Stunden vor. Bei positivem Test besteht Melde- und Quarantänepflicht.

Antikörper-Test

Bei mildem Verlauf lassen sich ungefähr 14 Tage nach Krankheitsbeginn spezifische, gegen das Virus gerichtete Antikörper im Blut nachweisen. Ab diesem Zeitpunkt ist man gegen das Virus immun, und man kann auch niemanden mehr anstecken. Bei schweren Verläufen dauert die Antikörperbildung entsprechend länger.

In medizinischen Labors sind bereits Antikörpertests verfügbar, die eine zufriedenstellende Spezifität aufweisen, von anderwärtig vertriebenen Schnelltests ist aber abzuraten, weil sie nicht spezifisch genug sind, das heißt, wenn sie positiv sind, ist es nicht sicher, ob die Antikörper, die nachgewiesen wurden, wirklich gegen das neue SARS-Covid 19- Virus wirksam sind, oder ob sie durch Kontakt zu anderen Corona-Viren gebildet wurden.

Das Testen auf Antikörper und das Ausstellen eines „Immunitätspasses“ wird in der nächsten Zeit diskutiert werden. Für Gesundheitsberufe ist es sicher auch sinnvoll, weil dort die Durchseuchungsrate vergleichsweise hoch ist, und weil es die Arbeit mit Patienten erleichtern kann. Ob es auch darüber hinaus sinnvoll sein wird, wird sich zeigen.

Wie lange die Immunität anhalten wird, ist noch nicht bekannt, beim verwandten SARS-Covid-1-Virus sind es drei Jahre.

ALLGEMEINE HYGIENEMASSNAHMEN BEI VIRUSEPIDEMIE

Händewaschen

Häufiges Händewaschen bleibt wichtig.
20 Sekunden lang mit Seife gut die Hände waschen und abspülen ist für die Anti-Virus-Hygiene ausreichend, die Verwendung von Desinfektionsmitteln ist im Alltag nicht nötig und nicht empfohlen.
Angewöhnen wie das Amen im Gebet: Wenn man nach Hause kommt sofort Schuhe ausziehen, ins Badezimmer und 20 Sekunden gründlich die Hände waschen.

Nicht ins Gesicht greifen

Jeder Mensch greift sich pro Tag 200 Mal ins Gesicht.
Vor allem wenn man im öffentlichen Raum unterwegs ist und unweigerlich Gegenstände, Haltegriffe, Geldscheine und so weiter angreift, nicht ins Gesicht greifen, bis man sich zu Hause wieder die Hände gewaschen hat.
Zu Hause, nach Waschen der Hände, muss man sich nicht vor sich selber fürchten.

Husten- und Nieß-Etikette

In ein Papiertaschentuch husten und nießen, dieses entsorgen und sich gleich die Hände waschen. In Ermangelung eines Taschentuches in die Ellenbeuge Nießen oder Husten. NICHT IN DIE HAND! Wenn man es doch gemacht hat, gleich gründlich die Hände waschen.

Abstand halten

1 bis 1,5 Meter Abstand halten vermindert das Risiko einer Tröpfcheninfektion.
Auf Händeschütteln und BUSSI verzichten.
Besser zu Fuß gehen, als mit den Öffis fahren.
Besser Stiegen steigen, als mit dem Lift fahren.
In der Zeit der Epidemie unnötige Reisen und Aufenthalte in Menschenansammlungen vermeiden.

Gesichtsmasken

Die zur Zeit geltenden Regelungen sind bekannt.

Das Tragen von OP-Masken oder selbst gemachten Gesichtsmasken in Situationen mit engerem sozialen Kontakt in Innenräumen ist für die Eindämmung der Übertragung sinnvoll, weil das COVID19-Virus sehr ansteckend ist.

Die einfachen Masken (OP-Masken, selbstgemachte Masken) bieten nur einen unvollständigen Schutz, weil sie nur einen Teil der feuchten Luft, in der sich die Viren befinden, aufhalten, aber wenn viele Menschen die Masken tragen, dämmt das unterm Strich die Ausbreitung ein.

Es wurde immer wieder betont, dass man mit den OP-Masken nur den anderen schützt, nicht sich selbst, das stimmt aber nicht, natürlich wirkt der Filter in beide Richtungen, man schützt sich also durchaus auch selbst damit, wenn auch nur bis zu einem gewissen Grad. Die Aussage kommt aus dem medizinischen Bereich und will sagen, dass man die OP-Masken während einer Operation trägt, um den Patienten zu schützen, dass sie aber nicht ausreichend sind, wenn man mit infektiösen Patienten arbeitet, und sich selbst vor einer Ansteckung schützen muss. Für diesen Fall gibt es die FFP2-Masken, die das ärztliche Personal und das Pflegepersonal vor Ansteckung schützen.

Ein Wort noch zu den FFP2-Masken mit Ventil. Das Gewebe der Masken ist sehr dicht, und wenn sie richtig dicht sitzen, dann ist das Einatmen deutlich erschwert. Damit wenigstens das Ausatmen leicht ist, lässt das Ventil die Atemluft ohne Widerstand und ungefiltert hinaus. Mit einer solchen Maske schützt man seine Umgebung also definitiv nicht.

PRÄVENTION DURCH ERNÄHRUNG UND LEBNESFÜHRUNG

Die folgenden Aussagen zur Prävention durch Ernährung und Lebensführung sind nicht durch studienbasierte wissenschaftliche Evidenz belegt, haben sich aber in der Praxis gut als abwehrstärkende Maßnahmen in Zeiten erhöhter Infektionsgefährdung bewährt:

Warmes Wasser trinken

Den ganzen Tag über immer wieder einmal eine Tasse warmes, abgekochtes Wasser trinken. Am besten man macht sich am Morgen eine Thermoskanne, und trinkt den ganzen Tag über immer wieder eine Tasse. Man kann ein Blatt Grüntee reingeben.

Nicht zu kalt und nicht zu heiß

Nicht zu kalt und nicht zu heiß essen und trinken.
Das Virus vermehrt sich zuerst im Hals-Rachen-Bereich. Eiskaltes Trinken und auch zu heißes Essen und Trinken schwächt vorübergehend die Abwehrkraft der Schleimhaut in diesem Bereich.

Gurgeln mit Salbeitee

Salbeitee wirkt antiseptisch und kann der Vermehrung von Viren im Rachen entgegenwirken.

Allgemeine Strategie aus der Sicht der TCM: Hitze und Feuchtigkeit reduzieren

Der schwere Verlauf der SARS Covit-19 Infektion mit Lungenentzündung und Atemnotsyndrom hat, in der Terminologie der TCM gesprochen, etwas mit Feuchtigkeit und Hitze, die die Lunge befällt, zu tun.
Je mehr dieser sogenannten „feuchten Hitze“ man schon von vornherein im Körper hat, umso gefährdeter ist man, dass man im Falle einer Infektion mit dem Virus diese Lungenerkrankung entwickelt.
Deshalb sind alle Maßnahmen, die Feuchtigkeit und Hitze im Körper verringern von vorbeugendem Wert.

Gerstenwasser

Gerste wirkt nach TCM kühlend und erfrischend und leitet Hitze aus dem Körper aus. Wirkt regulierend auf die Körperflüssigkeiten. Wirkt beruhigend auf die Schleimhäute in Magen und Darm und stärkt die Verdauungsfunktion. Stärkt das Qi und baut das Blut auf.
Gerstenwasser (Barley Water) ist auch als fiebersenkendes Hausmittel bekannt.

2 EL Gerste mit 2 Liter Wasser 1 Stunde lang auf kleiner Hitze köcheln, den Sud abgießen und kühl stellen.
Eventuell 3 bis 4 Kardamomkapseln mitkochen.
3 mal täglich 1 Tasse
Kann im Kühlschrank drei Tage lang aufbewahrt werden.
Die Gerste kann man zu Congee weiterverarbeiten oder in Suppen oder Salaten essen.

Mungbohnen-Gersten-Suppe

Mungbohnen werden in China für die heiße Jahreszeit empfohlen, weil sie kühlen und überschüssige Hitze aus dem Körper entfernen können, und so hitzebedingten Erkrankungen vorbeugen. Diese Hitze klärende Wirkung kann man sich auch jetzt vorbeugend zunutze machen.

Mungbohnen und Rollgerste (zu gleichen Teilen) mit der 10-fachen Menge Wasser einmal aufkochen und dann über Nacht eingeweicht stehen lassen.
Nicht zu viel nehmen, beide gehen stark auf.
Am nächsten Tag auf kleiner Flamme weich köcheln, dabei immer wieder umrühren, dass sich nichts anlegt und anbrennt.
Leitet feuchte Hitze aus und unterstützt die Verdauungskraft

Radieschen, Rettich, Kohlrabi, Rüben

Radieschen, Rettich, weiße Rüben und Kohlrabi wirken auf die Lunge, lösen Schleim und kühlen Hitze

Einschränken oder vermeiden (fördern feuchte Hitze):

Alkohol, besonders heiß sind Spirituosen
Rauchen macht Hitze und schädigt die Lunge (dass offensichtlich wenig Raucher unter den schweren Verläufen sind, ist ein Ergebnis, das man nicht erwartet hätte, es ist noch abzuwarten, ob es stimmt)
Gegrilltes Fleisch
Sehr scharfe Speisen
Milch und Milchprodukte im Übermaß
Zucker und Süßigkeiten
Zu viel essen
Spätes, reichliches Abendessen
Minderwertiges Essen (Fertigprodukte u.a.)

Essenspausen und Intervallfasten

Essen Sie zwei- bis dreimal am Tag, und dazwischen NICHTS.
2 bis 3 mal pro Woche zwischen Mittagessen und Frühstück nur Wasser und Tee zu trinken können Sie ausprobieren, ist eine ausgezeichnete, den Stoffwechsel entlastende und Hitze-klärende Maßnahme, eines der wirksamsten präventiven Medikamente, die man einnehmen kann.

Rausgehen, Bewegen, Üben

Spazierengehen in der frischen Luft und Sonnenlicht stärken das Immunsystem.
Ausdauertraining mit leichtem Schwitzen stärkt das Immunsystem und klärt Hitze.
Moderates Krafttraining stärkt die Muskeln und entlastet Herz und Kreislauf.
Qigong, Taiji, Yoga, Meditation regulieren das Qi und beruhigen den Geist. Stress und emotionale Belastungen sind wichtige Quellen für Hitze im Körper.

Schlafen und Regenerieren

Frühzeitiges Schlafengehen regeneriert das Yin und die Essenz.
Erschöpfung durch Überarbeitung womöglich vermeiden.

VORBEUGENDE BEHANDLUNGEN

Vorbeugende, die Widerstandskraft stärkende Behandlungen mit Akupunktur, Sauggleitmassage, Eigenbluttherapie, Vitamin C-Infusionstherapie, chinesischer Kräutertherapie und Ernährungsmaßnahmen sind möglich, und gerade in Anbetracht der Tatsache, dass es im Falle einer Corona-Infektion keine spezifischen Therapiemöglichkeiten gibt und alles davon abhängt, wie gut das Immunsystem mit der Infektion fertig wird, können solche vorbeugenden Behandlungen sinnvoll sein.

THERAPIE

Was die Therapie anlangt, so sind wir bei CORONA in der ungewöhnlichen Situation, dass die wesentliche Maßnahme im Falle eines Krankheitsverdachts oder einer nachgewiesenen Infektion in der häuslichen Selbstisolation besteht, und dass im Grunde genommen nur abgewartet wird, ob die Erkrankung einen milden Verlauf nimmt, und der Patient nach ein bis zwei Wochen wieder gesund wird, oder ob es nach dieser Zeit zu einer Verschlechterung des Zustandes mit Lungenbeteiligung und Atemproblemen kommt, was zur Spitalsaufnahme führt.

Dabei ist die ärztliche Betreuung durch Hausbesuche wegen der aufwendigen Schutzmaßnahmen nicht in dem Ausmaß und in der Schnelligkeit verfügbar, wie zu normalen Grippezeiten.

Umso wichtiger ist es, dass Sie in dieser Zeit in Kontakt zu Ihrem Hausarzt stehen, der Sie kennt, und der Sie daher auch über Telefon und Email beraten und für Sie per Email oder Fax Rezepte ausstellen und verschicken kann. Viele Ärzte bieten diesen Service für Ihre Patienten an.

Wenn eine Betreuung durch den Hausarzt nicht möglich ist können Sie sich in Wien unter der Telefonnummer 144 an den Ärztefunkdienst wenden, entsprechende Angebote in den anderen Bundesländern finden Sie auf den Webseiten der Gesundheitsbehörden, der Krankenkassen und der Ärztekammern.

Darüber hinaus ist zu bedenken, dass viele der präventiven Maßnahmen, die oben beschrieben sind, im Krankheitsfall auch als therapeutische Maßnahmen eingesetzt werden können, alles, was mit Essen, Trinken, Üben und Schlafen zu tun hat, kann in der Phase des häuslichen Abwartens hilfreich sein und die Genesung fördern.

Und schließlich gibt es gute und gut belegte Erfahrungen mit der traditionellen chinesischen Arzneimitteltherapie. Das ärztliche Gespräch, das für eine individuelle Verordnung einer chinesischen Kräuterrezeptur für die akute Phase der Erkrankung nötig ist, kann auch über das Telefon geführt werden, das Arzneimittel wird bei Bedarf von der Apotheke nach Hause zugeschickt.

In der Phase der Rekonvaleszenz können Sie wieder in die Ordination kommen, und wir können das ganze Repertoire meiner therapeutischen Möglichkeiten nutzen, dass Sie bald wieder ganz gesund sind.

Stand 27. Mai 2020